Responsive Webdesign: Pro und Contra

Responsive Webdesign ist in aller Munde, daher möchte ich hier auch keine Begriffserklärung mehr abgeben, sondern gleich zum Thema kommen. Ich muss zugeben, dass ich als ich zum ersten mal von responsive Webdesign hörte, mehr als nur begeistert war.
Nachdem ich nun einige Seiten mit dieser Technik erstellt habe, sehe ich aber auch einige Nachteile, über die man sich im Klaren sein sollte, bevor man ein entsprechendes Angebot erstellt und mit der eigentlichen Arbeit beginnt.
Responsive web design


Was spricht für responsive Webdesign?

  • Geringerer Pflegeaufwand für Redakteure, als bei einer zusätzlichen “mobilen Version” der Website bzw. einer Verison für Smartphones und einer Version für iPads
  • Geringerer Entwicklungsaufwand, als bei  zusätzlichen “mobilen Versionen” der Internetseite.
  • Aus obigen Punkten resultiert natürlich auch eine Kostenersparnis für den Kunden.
  • Benutzerfreundlich, da das Userinterface auf die jeweilige Bildschirmgröße optimiert werden kann.
  • Einheitliche URLs: Die unterschiedlichen Versionen der Website haben die gleiche URL ,was den Suchmaschinen das Indexieren erleichtert und die Duplicate Content Problematik verringert.
  • Google spricht sich für responsive Webdesign aus:

“[…]Websites mit Responsive Webdesign: Bei diesen Websites werden für alle Geräte dieselben URLs verwendet. Unter jeder URL wird dabei derselbe HTML-Code an alle Geräte gesendet und die Seitendarstellung auf den verschiedenen Geräten wird allein über CSS geändert. Google empfiehlt diese Konfiguration.[…]”

Google Developer: Empfehlungen im Detail, vom 29.04.2013. Abgerufen unter URL https://developers.google.com/webmasters/smartphone-sites/details?hl=de, vom 15.05.2013.

Was spricht gegen Responsive Webdesign bzw. darüber sollte man sich zumindest im Klaren sein:

  • Generell erhöhter Arbeitsaufwand für den Webdesigner und Entwickler als bei einer reinen Desktop Version der Webseite.
  • Höhere Kosten für den Kunden als bei einer reinen Desktop Version der Webseite.
  • Speziell bei umfangreicheren Seiten mit Buchungsmasken oder Shops etc. erhöht sich der Arbeitsaufwand sehr erheblich.
  • Kunden sehen die Vorteile und den Grund für Mehrkosten oft nicht.
  • Responsive Webdesign macht nicht bei jeder Webseite wirklich Sinn (Kosten-Nutzen Verhältnis).
  • Testphase viel umfangreicher da an etlichen Geräten getestet werden sollte.
  • Ladezeiten: Oft wird die gleiche Datenmenge an mobile Endgeräte geschickt, die meist eine geringerer Bandbreite haben.
  • Zusätzliche Fehlerquellen für Redakteuere und Entwickler.
  • Wer ist meine Zielgruppe und wie nutzt sie das Internet? Denn es gibt mit Sicherheit Webseiten und Themen die kaum mit dem Handy aufgerufen werden. Hier hilft eine Auswertung der Besucherstatistik.
  • Videos, Buchungsmasken, Bannerwerbung etc. stellen die Entwickler und Designer oft vor neue Herausforderungen.
  • Responsive Webseiten benötigen oft sehr viel JavaScript Code zum Austauschen von Menüs etc. was wiederum die Ladezeiten erhöht.

Mein Fazit:

Mobile internetfähige Geräte sind nicht mehr weg zu denken und die Benutzerzahlen dieser Geräte werden auch weiter zunehmen. Hier ist responsive Webdesign momentan für die meisten Seiten die beste Lösung um diesen Usern eine bestmögliche Zugänglichkeit und Benutzerfreundlichkeit zu gewährleisten. Optimal eingesetzt ist diese Technik jedoch nur dann, wenn für Handys nicht die gleiche Datenmenge (speziell bei Bildern und Videos) geladen werden muss. Hierzu gibt es Techniken wie Adaptive Images etc. und man kann sich auch überlegen, ob man  bestimmte Teile der Seite evtl. nicht am Handy laden lässt. Denn mit Sicherheit liest der Besucher hier lieber deutlich weniger als auf seinem 24″-Monitor. Responsive Webdesign macht bei sehr vielen Seiten wirklich Sinn. Dennoch ist immer abzuwägen ob sich der Mehraufwand lohnt und ein Blick in die Statistik gibt hier schon mal einen ersten Anhaltspunkt.

7 Kommentare “Responsive Webdesign: Pro und Contra

  1. Hey,
    super danke für den informativen Artikel. Ich habe immer wieder viele Praktikanten, die mit dem Begriff nichts anfangen können. Ich sollten ihnen mal diesen Artikel an die Hand geben, damit sie sich ein bisschen einlesen können.

    Liebe Grüße

  2. Gerade der neue Trend zur Responsivität sorgt oft für neue Aufträge. Viele Kunden haben Angst, dass sie mit einigen Geräte nicht richtig gefunden werden.

  3. Beim Punkt 1 Thema Bandbreite bin ich ähnlicher Meinung, nur dass man zum Beispiel Ladezeiten sparen kann, wenn man für mobile Geräte die Bilder in kleineren Formaten überträgt. JavaScripts sind meist deutlich kleiner als großformatige Bilddateien, die aktuell immer häufiger eingesetzt werden.
    Beim Punkt 2 bin ich komplett anderer Meinung. Mich stört es überhaupt nicht wenn ich auf einer Seite scrollen muss, weder am Monitor noch am Handy. Das unnötige Klicken am Handy wegen einer unnötigen Unterteilung der Inhalte auf mehrere Seiten finde ich völlig überflüssig. Zumal durch das erneute Laden der Seiten erneut Ladezeit entstehet.

  4. Responsive Webdesign hört sich toll an, verfehlt aber absolut das Ziel. Responsive Webdesign soll vor allem Geräten mit kleineren Auflösungen eine angemessene Ausgabe der Website zur Verfügung stellen. Folgende Probleme treten dabei auf:

    1. Mobile devices haben meist niedrigere Bandbreiten, somit sollte so viel wie nötig übertragen werden
    – Responsive Webdesign überträgt aber die gesamte Struktur und lässt sie auf der Client-Seite rendern.
    Das heißt: Viele JavaScripts )Grundfunktionen, Ausnahmen für ältere Browser), viel conditional CSS, redundante Elemente für unterschiedliche Auflösungen, diese werden dann einfach aus dem Bild geschoben, oder reingeschoben per CSS. Manche Webdesigner vereinen alle css-files in einer um das nachladen zu verkürzen.

    2. Mobile devices haben weniger platz auf dem Bildschirm, somit sollten Artikel besser auf mehrere Seiten verteilt werden um die Bedienbarkeit zu wahren und nerviges Scrollen zu vermeiden
    – Responsive Webdesign verkleinert Grafiken, blendet Elemente aus und passt sie an, jedoch ist es nicht in der Lage wichtige Inhalte in mehrere Seiten aufzuspalten. Meistens werden die Container einfach untereinander geschoben, sodass ewiges Scrollen anfällt um den gewünschten Artikel in der Mitte der Seite zu erreichen.

    Es gibt weitere Punkte. Diese sind die wichtigsten.

  5. Ich finde, dass es jetzt schon für viele Seiten ein Muss ist. Ehrlich gesagt nerven mich die APP Hinweise, die bei größeren Seiten erscheinen, sobald man diese mit iPhone oder iPad aufruft. Ich kann mir doch nicht bei jeder Seite die ich ansurfe eine APP installieren. Ich glaube das Problem ist momentan noch, dass die Entscheidungsträger zu wenig technisches Verständnis mitbringen. Was eine APP ist wissen die meisten inzwischen, was responsive Webdesign bedeutet, leider nur die wenigsten.

  6. Responsive Webdesign ist in ein paar Jahren wahscheinlich ein absolutes Muss. Bis dahin kann man sich mit Webapps helfen.

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