Berufskrankheit Bandscheibenvorfall

Rückenschmerzen beim Arbeiten?

Web-Entwickler, Web-Designer und Grafiker sitzen soviel vorm Bildschirm wie kaum eine andere Berufsgruppe. Besonders auch das konzentrierte “Starren” auf Code-Zeilen und Pixel wird auf Dauer nicht nur für die Augen zur Qual, sondern auch für die Bandscheiben.

Zum ersten mal wurde ich mit dem Thema Bandscheibenvorfall konfrontiert, als ein Arbeitskollege im zarten Alter von 25 plötzlich einen Vorfall erlitt und sich von heute auf morgen quasi nicht mehr bewegen konnte. Besagter Kollege hatte das damals recht rasch mit Krankengymnastik und Sport wieder in den Griff bekommen. Letzteres ist mit unter auch häufig eine der Ursachen, die zu Bandscheibenvorfällen führen können: Bewegungsmangel. Denn wer ständig vor dem Computer sitzt, vernachlässigt auch gerne mal seine Rückenmuskulatur und auch das “falsche Sitzen” kann zu Vorfällen führen. Ein gesunder sportlicher Ausgleich sowie die Ergonomie am Arbeitsplatz sind entscheidend für eine gesunde Wirbelsäule. Ich hatte das auch immer vernachlässigt. Der Schreibtisch war mal zu hoch, der Stuhl mal zu niedrig eingestellt, der Monitor mal schräg oder zu hoch positioniert. Wie man es richtig macht veranschaulicht folgende Illustration.

Auf die richtige Haltung kommt es an

Richtiges Sitzen am ArbeitsplatzBei der richtigen Kopfhaltung befindet sich das Ohr (seitlich betrachtet) genau über der Schulter. Die meisten arbeiten aber nach vorne gebeugt mit starrem Blick auf den Monitor, was die Nackenmuskulatur stark belastet. auch das richtige Sitzen ist wichtig. Die Sitzfläche sollte komplett ausgefüllt sein, ab und zu nach vorne beugen, oder leicht nach hinten beugen. Die Ober- und Unterschenkel sollten einen rechten Winkel bilden, die Oberarme sollten auf dem Schreibtisch so aufliegen, dass die Schultern leicht entlastet werden. Der Wechsel zwischen stehendem und sitzendem Arbeiten ist eine Wohltat für den Rücken. Spezielle Stühle können auch hilfreich sein. So gibt es Hocker auf denen man im Knien arbeitet – Nachteil hierbei ist, dass einem nach einigen Stunden die Knie schmerzen. Stühle mit Nackenlehne können die Nackenmuskulatur entlasten und neuerdingst gibt es sogar Stühle auf denen man im Lotussitz (Yoga- und Meditations-Stellung) arbeiten kann. Die optimale Sitzgelegenheit muss wohl jeder für sich selbst herausfinden. Auch ein Stehpult kann den Rücken entlasten. Mir persönlich reichte es jedoch bereits nach einigen Stunden.

Was auch zu unnötigen Verspannungen führen kann ist die Computer-Maus, die ein unnatürliches Verdrehen von Elle und Speiche hervorruft. Alternativ gibt es ergonomische Mäuse bei denen der Daumen der Hand nach oben zeigt.
Besonders wichtig: Während der Arbeit sollte man immer wieder mal Pausen und kleinere Übungen machen, welche die Rückenmuskulatur lockern und entspannen.

Angeblich hatten ca. 90% der Bevölkerung bereits einen Bandscheibenvorfall, nur die meisten merken nicht viel davon. Viele dieser Vorfälle bleiben komplett schmerzfrei oder heilen von alleine. Bei mir leider nicht. Obwohl ich immer viel Sport machte, war es mit ca. 30 soweit. Von einem Tag auf den anderen hatte ich ziemliche Schmerzen im rechten Oberarm und in der rechten Schulter. Ich wäre nie darauf gekommen, dass es sich um einen Bandscheibenvorfall handelt. Und auch mein damaliger Arzt meinte, es handle sich um ein “Schulter-Arm-Syndrom” das von der einseitigen Belastung beim Arbeiten herrühre. Nach etlichen Wochen wurde es auch wieder besser und mit der Zeit hatte ich mich mit den bleibenden leichten Schmerzen im Schulterbereich auch abgefunden. Nach ca. 3 Jahren wurde es dann aber richtig schlimm. Die Schmerzen wurden unerträglich und es traten erste Taubheitsgefühle in den Fingern auf. Beim MRT wurde dann der Vorfall in der Halswirbelsäule (C5/C6) endlich festgestellt, der leider inzwischen verknöchert war. Konservative Behandlungmethoden wie Krankengymnastik und Injektionen brachten über Monate wenig Erfolg und ich hatte mich bereits dazu durchgerungen, den Vorfall operieren zu lasssen, doch ein Artikel im Spiegel und die Vielzahl der möglichen Komplikationen hielten mich dann doch davon ab. Nach einer ambulant durchgeführten Nervenblockade, regelmäßigen leichten Yoga Übungen, laufender Krankengymnastik und regelmäßgen Thermalbad-Besuchen wurde es endlich besser und im Moment sind die Schmerzen nur gering.

Fazit: Am Besten lässt man es erst gar nicht so weit kommen.

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