Version 4.0 // Digital Astronauts
Mit „Übersicht mit KI“ (AI Overviews) und dem „KI-Modus“ verändert sich die Darstellung von Informationen in der Google Suche. Google hat dazu am 15. Mai 2026 erstmals einen offiziellen Leitfaden veröffentlicht, der Websitebetreibern erklärt, wie sie ihre Inhalte für generative KI-Funktionen in der Google Suche optimieren können.
Der Leitfaden wurde seit seiner Erstveröffentlichung bereits ergänzt. Am 15. Juni 2026 fügte Google unter anderem eine Klarstellung zur Verwendung von llms.txt-Dateien hinzu.
Die zentrale Aussage des Leitfadens: Bewährte Maßnahmen der SEO bleiben relevant. Google betrachtet die Optimierung für generative KI-Funktionen nicht als eigenständige Disziplin, sondern weiterhin als Bestandteil der Suchmaschinenoptimierung.
SEO bleibt die Grundlage – auch für KI-Suchergebnisse
Im Zusammenhang mit KI-Suchergebnissen werden zunehmend Begriffe wie AEO und GEO verwendet. Google nimmt dazu in seinem Leitfaden ausdrücklich Stellung:
„Was ist mit „AEO“ und „GEO“? „AEO“ steht für „Answer Engine Optimization“ (Optimierung für Antwort-Engines) und „GEO“ für „Generative Engine Optimization“ (Optimierung für generative Engines). Beide Begriffe werden verwendet, um Arbeit zu beschreiben, die sich speziell auf die Verbesserung der Sichtbarkeit in KI-Suchergebnissen konzentriert. Aus Sicht der Google Suche ist die Optimierung für die Suche mit generativer KI eine Optimierung für die Suche insgesamt und damit weiterhin SEO.“
Quelle: Google Search Central: Website für generative KI-Funktionen in der Google Suche optimieren
Die generativen KI-Funktionen der Google Suche basieren laut Google auf den zentralen Ranking- und Qualitätssystemen der Google Suche. Sie nutzen KI-Techniken, um Inhalte aus dem Google-Suchindex zu ermitteln und in KI-generierten Suchergebnissen hervorzuheben.
Für Websitebetreiber bedeutet das: Wer seine Website bereits nach den grundlegenden SEO-Empfehlungen von Google optimiert, schafft damit zugleich die Grundlage für eine mögliche Sichtbarkeit in den KI-Ergebnissen der Google Suche.
Einen besonderen Schwerpunkt legt Google auf Inhalte, die für Nutzer einzigartig, überzeugend und hilfreich sind. Die Erstellung solcher Inhalte kann sich laut Google langfristig stärker auf die Sichtbarkeit in generativen KI-Funktionen auswirken als andere im Leitfaden genannte Maßnahmen.
Google nennt insbesondere folgende Merkmale:
- Eine einzigartige Perspektive: Inhalte sollten sich von bereits vorhandenen Informationen unterscheiden. Dazu können eigene Erfahrungen, Fachwissen, Untersuchungen oder Bewertungen aus erster Hand beitragen.
- Nicht alltägliche Inhalte: Statt allgemein verfügbarer Informationen empfiehlt Google hilfreiche, zuverlässige und nutzerorientierte Inhalte, die über Allgemeinwissen hinausgehen.
- Eine verständliche Struktur: Inhalte sollten gut geschrieben, leicht verständlich und durch Absätze, Bereiche und aussagekräftige Überschriften gegliedert sein.
- Hochwertige Bilder und Videos: Wenn es für das jeweilige Thema sinnvoll ist, sollten Textinhalte durch relevante Bilder und Videos ergänzt werden.
- Konsequente Ausrichtung auf die Nutzer: Inhalte sollten nicht primär erstellt werden, um Rankings oder KI-Antworten zu beeinflussen, sondern um die Erwartungen und Bedürfnisse der Besucher zu erfüllen.
Google rät davon ab, lediglich zu wiederholen, was andere Internetseiten bereits veröffentlicht haben oder was sich ohne zusätzliches Fachwissen leicht mit einem generativen KI-Modell erstellen ließe.
Auch beim Einsatz generativer KI zur Unterstützung der Inhaltserstellung müssen die Grundlagen der Google Suche und die Spamrichtlinien eingehalten werden.
Technische SEO bleibt relevant
Die technische Verarbeitung einer Website bleibt die Voraussetzung dafür, dass Google auf deren Inhalte zugreifen kann. Damit eine Seite in generativen KI-Funktionen der Google Suche erscheinen kann, muss sie indexiert und für die Darstellung mit einem Snippet in der Google Suche geeignet sein.
Google nennt unter anderem folgende technische Grundlagen:
- Technische Anforderungen erfüllen: Seiten müssen die grundlegenden technischen Voraussetzungen der Google Suche erfüllen.
- Duplicate Content reduzieren: Doppelte Inhalte können die Nutzerfreundlichkeit beeinträchtigen und Crawling-Ressourcen für unwichtige URLs beanspruchen.
- Semantisches HTML sinnvoll einsetzen: Perfekt valides oder vollständig semantisches HTML ist laut Google nicht erforderlich. Semantisches HTML kann jedoch unter anderem Screenreadern helfen, Inhalte besser zu erfassen und die Navigation zu erleichtern.
- JavaScript-SEO beachten: Google kann JavaScript-Inhalte verarbeiten, sofern diese nicht blockiert sind. Websites auf Basis von JavaScript-Frameworks können jedoch eine komplexere technische SEO-Betreuung erfordern.
- Eine hohe Nutzerfreundlichkeit gewährleisten: Die Website sollte auf unterschiedlichen Geräten gut funktionieren, geringe Lade- und Reaktionszeiten aufweisen und den Hauptinhalt klar erkennbar darstellen.
- Crawling ermöglichen: Relevante Inhalte müssen öffentlich zugänglich und für Google crawlbar sein.
Die Einhaltung der technischen Anforderungen und Best Practices garantiert allerdings nicht, dass eine Seite von Google gecrawlt, indexiert oder in den Suchergebnissen angezeigt wird.
Google empfiehlt außerdem, Websites in der Google Search Console zu bestätigen, um technische Probleme schneller erkennen und diagnostizieren zu können.
Lokale Unternehmen und Online-Shops
Generative KI-Antworten können laut Google auch Produkteinträge, Produktinformationen und Informationen über lokale Unternehmen enthalten.
Unternehmen sollten deshalb die für ihre Angebote relevanten Informationen vollständig und aktuell halten. Google nennt in diesem Zusammenhang insbesondere:
Ein gepflegtes Google-Unternehmensprofil
Google Merchant Center
aktuelle Merchant-Center-Feeds
Diese Angebote können dazu beitragen, Produkte und Dienstleistungen sowohl in KI-Antworten als auch in anderen Ergebnissen der Google Suche sichtbar zu machen.
Abhängig vom jeweiligen Geschäftsmodell können darüber hinaus weitere Händlerfunktionen relevant sein.
Hinweise zu häufig diskutierten SEO-Themen
Google widmet einen eigenen Abschnitt des Leitfadens verbreiteten Annahmen und vermeintlichen Optimierungsmaßnahmen rund um generative KI. Mehrere häufig diskutierte Maßnahmen sind für die Sichtbarkeit in der Google Suche nach Aussage von Google nicht erforderlich.
➔ LLMS.txt
Für die Google Suche müssen keine neuen maschinenlesbaren KI-Dateien, speziellen Textdateien oder zusätzlichen Markups angelegt werden. Insbesondere verwendet Google keine llms.txt-Dateien für die Google Suche.
Eine llms.txt-Datei kann zwar für andere Dienste oder Systeme bereitgestellt werden. Für die Sichtbarkeit und das Ranking einer Website in der Google Suche hat sie laut Google jedoch weder positive noch negative Auswirkungen, da sie von Google nicht für diesen Zweck verwendet wird.
➔ Seitenstruktur und Textlänge
Inhalte müssen nicht in besonders kleine Abschnitte aufgeteilt werden, damit die KI-Systeme von Google sie verstehen können. Die Systeme können mehrere Themen auf einer Seite erfassen und Nutzern den jeweils relevanten Abschnitt anzeigen.
Abhängig vom Thema und von der Zielgruppe können sowohl kürzere als auch längere Seiten funktionieren. Eine allgemein ideale Seitenlänge gibt es nach Aussage von Google nicht.
➔ Inhalte speziell für KI-Systeme umschreiben
Texte müssen nicht eigens für generative KI-Funktionen umgeschrieben werden. Googles Systeme können Synonyme sowie die allgemeine Bedeutung von Suchanfragen verstehen.
Websitebetreiber müssen deshalb weder jede mögliche Formulierung einer Suchanfrage abdecken noch möglichst viele Longtail-Keywords in ihre Inhalte integrieren.
➔ Unauthentische Erwähnungen erzeugen
Generative KI-Funktionen können berücksichtigen, was im Internet über Produkte und Dienstleistungen veröffentlicht wird, beispielsweise in Blogs, Videos oder Forendiskussionen.
Das künstliche Erzeugen unauthentischer Erwähnungen ist laut Google jedoch keine empfehlenswerte Strategie. Die zentralen Ranking-Systeme der Google Suche konzentrieren sich auf hochwertige Inhalte, während weitere Systeme Spam erkennen und blockieren sollen.
➔ Übermäßiger Einsatz strukturierter Daten
Strukturierte Daten sind keine Voraussetzung für die Darstellung in generativen KI-Funktionen. Es existiert auch kein spezielles schema.org-Markup für die KI-Suche.
Strukturierte Daten bleiben dennoch ein sinnvoller Bestandteil einer umfassenden SEO-Strategie, da sie die Voraussetzungen für bestimmte Rich-Suchergebnisse schaffen können.
Sichtbarkeit in generativen KI-Funktionen messen
Google verweist zur Erfolgsmessung auf den entsprechenden Leistungsbericht in der Google Search Console. Darüber können Websitebetreiber nachvollziehen, wie Nutzer ihre Inhalte über generative KI-Funktionen der Google Suche finden.
Gleichzeitig warnt Google vor Drittanbietertools und Dienstleistern, die angebliche interne Google-Kennzahlen verwenden oder einen bestimmten Ranking-Erfolg versprechen. Drittanbieter haben keinen Zugriff auf die internen Ranking- oder KI-Systeme von Google.
KI-Agenten werden künftig wichtiger
Google beschäftigt sich in seinem Leitfaden außerdem mit sogenannten KI-Agenten. Dabei handelt es sich um autonome Systeme, die Aufgaben im Auftrag von Nutzern übernehmen können, beispielsweise Reservierungen durchführen oder Produktspezifikationen vergleichen.
Browseragenten können dazu auf eine Website zugreifen, visuelle Darstellungen analysieren, die DOM-Struktur untersuchen und den Barrierefreiheitsbaum auswerten.
Für Unternehmen, bei denen solche Funktionen relevant sind, empfiehlt Google, sich mit den Best Practices für agentenfreundliche Websites zu beschäftigen. Dabei geht es unter anderem um die technische Zugänglichkeit und Verarbeitbarkeit von Websites durch Browseragenten.
Google weist zudem auf die Entwicklung neuer Protokolle hin, über die Suchagenten künftig weitere Aufgaben ausführen können.
Was bedeutet der Leitfaden für Unternehmen?
Der Google-Leitfaden formuliert keine vollständig neue Optimierungsdisziplin für generative KI-Funktionen. Stattdessen überträgt Google bestehende SEO-Grundsätze auf die veränderte Darstellung und Verarbeitung von Informationen in der Google Suche.
Für Unternehmen ergeben sich daraus vor allem vier Prioritäten:
- Einzigartige, fachkundige und für die Zielgruppe hilfreiche Inhalte erstellen.
- Die technischen Voraussetzungen für Crawling, Indexierung und eine gute Nutzererfahrung sicherstellen.
- Bewährte SEO-Maßnahmen gegenüber vermeintlichen AEO- oder GEO-Hacks priorisieren.
- Die Sichtbarkeit der Website mit den offiziellen Berichten der Google Search Console beobachten.
Unternehmen, die bereits auf hochwertige Inhalte, eine technisch saubere Website und eine konsequente Ausrichtung auf ihre Nutzer setzen, schaffen damit zugleich die Grundlage für ihre Sichtbarkeit in den generativen KI-Funktionen der Google Suche.
Wichtiger Hinweis
Dieser Leitfaden bezieht sich ausschließlich auf die generativen KI-Funktionen der Google Suche, beispielsweise „Übersicht mit KI“ (AI Overviews) und den KI-Modus. Die beschriebenen Empfehlungen und Aussagen gelten daher für die Google Suche und deren Ranking- und Qualitätssysteme.
Über die Funktionsweise oder Optimierung anderer KI-Systeme wie ChatGPT, Claude, Perplexity, Microsoft Copilot oder ähnliche generative KI-Assistenten trifft Google in diesem Leitfaden keine Aussagen. Diese Systeme verwenden teilweise eigene Modelle, Datenquellen und Verfahren zur Auswahl und Darstellung von Informationen.
Quellen
- Google Search Central: Website für generative KI-Funktionen in der Google Suche optimieren
- Google Search Central: Aktuelle Änderungen an der Google-Suchdokumentation
Der Leitfaden wurde erstmals am 15. Mai 2026 veröffentlicht. Am 15. Juni 2026 ergänzte Google eine Klarstellung zur Verwendung von llms.txt-Dateien.